Dentalphobie – wenn der Zahnarztbesuch zur unüberwindbaren Hürde wird

15.09.2021
Unter Dentalphobie versteht man die spezifische Angst vor dem Zahnarztbesuch. Bereits der Gedanke daran löst bei Betroffenen körperliche Symptome wie Schweissausbrüche, Zittern, erhöhter Puls oder Übelkeit aus. Ein Patient erzählt.
Woher kommt Ihre Abneigung gegen den Zahnarztbesuch?
Als Kind musste ich mehrfach zum Zahnarzt, um meine Zähne ziehen zu lassen. Wieso das sein musste, weiss ich heute nicht mehr. Es war ein traumatisches Erlebnis für mich und ich fühlte mich damals komplett ausgeliefert. Dieses Gefühl hat sich so stark eingebrannt, dass ich es auch als Erwachsener nicht mehr losgeworden bin.

Wie oft haben Sie den Zahnarzt nach der obligatorischen Schulzeit besucht?
Sehr selten. Zwischen den einzelnen Zahnarztbesuchen lagen teilweise bis zu zehn Jahre. Ich ging nur noch hin, wenn ich starke Schmerzen hatte oder ein Zahn sichtbar abgebrochen war. Die negativen Erinnerungen an den Zahnarztbesuch in der Kindheit führten dazu, dass ich alles, was mit der Zahngesundheit zu tun hatte, ausblendete und so lange wie möglich ignorierte. Ich hatte weder grosse Lust zum Zähneputzen, noch zur regelmässigen Kontrolle oder Zahnreinigung.

Wie macht sich diese Angst körperlich bemerkbar und wann beginnt sie?
Bereits der Aufenthalt im Wartezimmer wird zur Tortur. Ich beginne, im Gang auf und ab zu gehen und mein Puls schnellt in die Höhe. Ich bekomme einen roten Kopf und spüre, dass mein Blutdruck sehr stark ansteigt. Emotionen aus der Kindheit kommen hoch. Das Gefühl des Ausgeliefertseins. Panik steigt auf. Manchmal führt das dazu, dass ich bereits zu diesem Zeitpunkt die Praxis verlasse.

Welche Massnahmen seitens des Zahnarztes helfen Ihnen?
Mich kostet bereits der Griff zum Telefon Überwindung. Mir würde es deshalb zum Beispiel helfen, wenn ich meine Termine online vereinbaren könnte. Weiter ist der erste persönliche Kontakt am Empfangstresen für mich entscheidend. Mit einer warmen und freundlichen Begrüssung sehe ich der kommenden Behandlung schon viel positiver entgegen. Zudem ist es schön, wenn die Praxis nicht so steril ist. Vor der eigentlichen Behandlung hilft es mir, wenn der Zahnarzt kurz mit mir spricht – ohne Handschuhe und Mundschutz. Dies gibt mir die Möglichkeit, mich über den Ablauf der Behandlung zu informieren und ich fühle mich weniger ausgeliefert.

Haben Sie das Thema Dentalphobie mit jemandem besprochen? Hilft die Aussprache?
Nein, ich habe selten mit jemandem über dieses Thema gesprochen. Denn als Reaktion sagen die meisten Leute, dass sie auch nicht gerne zum Zahnarzt gehen würden. Dann fühle ich mich missverstanden und breche das Gespräch ab.

Quelle: Website SSO Wissen

Dentalphobie – wenn der Zahnarztbesuch zur unüberwindbaren Hürde wird
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